Gerechtigkeit für Abuzar Al Amin

Abuzar Al Amin

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Gerechtigkeit für Abuzar Al Amin

Gute Nachricht: Abuzar Al Amin wurde Ende August nach über einem Jahr Haft auf Kaution freigelassen! Die Anklage gegen ihn wurde jedoch nicht aufgehoben, so dass wir uns weiter für ihn einsetzen. Schicken Sie jetzt einen Appell an den sudanesischen Justizminister. 


Der sudanesische Journalist Abuzar Al Amin war über ein Jahr lang als gewaltloser politischer Gefangener in Haft. Der 47-jährige ist stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung „Rai Al Shaab“, die der Oppositionspartei Popular Congress Party nahe steht. Am 15. Mai 2010 wurde er von Agenten des sudanesischen Sicherheits- und Geheimdienstes NISS festgenommen und im Juli 2010 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Begründung: Er habe die Verfassung untergraben und falsche Nachrichten veröffentlicht.

Abuzar Al Amin wurde am 19. Juni 2011 darüber informiert, dass eine weitere Anklage gegen ihn erhoben werden soll. Noch im Mai war seine Haftzeit reduziert worden und er sollte eigentlich am 3. Juli entlassen werden. Später sind zwei neue Anklagepunkte gegen ihn beim Gericht eingereicht worden: einer wegen eines angeblichen Angriffs auf einen Offizier der Sicherheitsbehörden bei seiner Verhaftung im Mai 2010 und der zweite wegen eines Artikels, den er für die Zeitung Al-Shaab geschrieben hatte und mit dem er die verfassungsmäßige Ordnung untergraben haben soll.

Ende August 2011 wurde Al Amin zwar aus der Haft entlassen, die Anklage gegen ihn wurde jedoch nicht aufgehoben. Sollte Abuzar Al Amin verurteilt werden, könnte ihm damit im schlimmsten Fall lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe drohen. Daher ist es wichtig, dass wir uns weiterhin für Abuzar Al Amin einsetzen und Druck auf die sudanesischen Behörden ausüben.


FORDERN SIE DEN SUDANESISCHEN JUSTIZMINSTER AUF, ALLE ANKLAGEPUNKTE GEGEN ABUZAR AL AMIN FALLEN ZU LASSEN!


Füllen Sie jetzt das Formular auf der rechten Seite aus und senden Sie eine E-Mail an den sudanesischen Justizminister. 

Botschaft der Republik Sudan
Kurfürstendamm 151
Berlin, DE+16 10709
DE

Die Verhaftung von Abuzar Al Amin stand offenbar im Zusammenhang mit mehreren Zeitungsartikeln, in denen unter anderem die Ergebnisse der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2010 kritisch kommentiert wurden. Außerdem wurde in einem Artikel die Vermutung geäußert, dass eine iranische Waffenfabrik im Sudan gebaut werde. Das Redaktionsbüro von „Rai Al Shaab“ wurde einen Tag nach der Verhaftung Al Amins von NISS-Beamten geschlossen. Bis heute konnte die Zeitung nicht mehr erscheinen, auch andere Mitarbeiter wurden festgenommen.


Abuzar Al Amin wurde nach seiner Verhaftung in Isolationshaft gehalten, zu seiner journalistischen Arbeit verhört und Berichten zufolge schwer gefoltert und misshandelt. Als seine Frau ihn am 20. Mai 2010 zum ersten Mal besuchen durfte, war er mit Blutergüssen übersät und klagte über Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und Blut im Urin. Die Misshandlungsvorwürfe wurden bislang nicht untersucht. 


Es gibt weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen im Sudan. Die Medien sind einer scharfen Zensur unterworfen, immer wieder werden Zeitungen geschlossen. JournalistInnen und Mitglieder der Opposition werden vom Geheimdienst NISS überwacht und willkürlich festgenommen.


Hunderttausende Menschen leiden noch immer unter den Auswirkungen der bewaffneten Konflikte zwischen der Regierung in Khartum und oppositionellen Gruppen im Südsudan und in Darfur. Der Süden des Landes ist seit dem 9. Juli 2011 offiziell als eigener Staat unabhängig. Der internationale Strafgerichtshof klagte den sudanesischen Präsidenten Omar Al Bashir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord an und hat 2009 Haftbefehl gegen ihn erlassen.