Guatemala: Schutz für Norma Cruz!

Norma Cruz erhält seit 2008 anonyme Morddrohungen

Foto: © Amnesty International

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Guatemala: Schutz für Norma Cruz und Aufklärung der Morddrohungen gegen sie!

Norma Cruz, 49, leitet die Frauenrechtsorganisation "Fundación Sobrevivientes" (Stiftung Überlebende) in Guatemala-Stadt. Die unerschrockene Frau erhält seit 2008 immer wieder anonyme Morddrohungen, weil sie sich gegen Gewalt an Frauen und für Gerechtigkeit einsetzt. Auch ihr Mann und ihre Kinder wurden bereits bedroht.


Seit Mai 2009 geht es bei den Drohungen und Einschüchterungen um den Fall eines Mädchens, das mit 14 Jahren vergewaltigt wurde. Norma Cruz setzt sich für die Aufklärung dieses Verbrechens und die Bestrafung des Täters ein. Immer wieder wurde ihr gedroht, es würde fatale Konsequenzen haben, wenn sie den Fall weiter verfolge. Die Drohungen gehen per SMS, auf der Mailbox ihres Handys und im Büro der Stiftung ein. Folgende Nachricht erhielt sie am 19. September 2009: "Du hast acht Tage Zeit, um deine Arbeit zu dem Fall einzustellen, sonst bekommst du ernsthafte Probleme. Ich werde dir den Kopf deines Sohnes oder deiner Tochter überreichen!“

Beim "Amnesty-Briefmarathon“ 2010 wurden weltweit insgesamt mehr als 56.000 Appelle für Norma Cruz geschrieben. Dank der großen Unterstützung durch Amnesty nahmen die Morddrohungen ab und sie, ihre Familie sowie ihr Büro stehen mittlerweile unter Polizeischutz.

Im Juli 2011 wurde ein Verantwortlicher für die Drohungen im Jahr 2009 identifiziert und zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 6.000 Euro verurteilt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den späteren Drohungen haben allerdings bislang noch zu keinem Ergebnis geführt. Solange die Täter nicht gefasst sind, befindet sich Norma Cruz in großer Gefahr. Sie muss daher weiterhin geschützt werden bis die Morddrohungen vollständig aufgeklärt und die Verantwortlichen für die Drohungen zur Rechenschaft gezogen worden sind!

Schreiben Sie jetzt eine E-Mail an Guatemalas Botschafter in Deutschland und fordern Sie Schutz für Norma Cruz !


Hintergrundinformationen:

Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigungen und Morde sind in Guatemala ein großes Problem, doch die Behörden gehen nicht konsequent dagegen vor. Offiziellen Angaben zufolge wurden im Jahr 2010 insgesamt 565 Frauen getötet, die Gesamtzahl der seit 2004 ermordeten Frauen beträgt mittlerweile 4400. Viele der Frauen wurden zuvor sexuell missbraucht.

Die 1996 eröffnete "Fundación Sobrevivientes“ bietet mit Norma Cruz und ihrem Team Frauen, die  Gewalt erfahren, breit gefächerte Unterstützung an: Das Frauenhaus kann bis zu 20 Frauen, Jugendliche und Kinder unterbringen. 2011 fanden dort insgesamt 162 Menschen Zuflucht. Die Stiftung unterstützt Frauen, die es trotz aller Schwierigkeiten wagen, die Täter anzuzeigen. Außerdem setzt sich Norma Cruz mit den Angehörigen ermordeter Frauen für die Aufklärung dieser Fälle ein.


Carlos Jiménez Licona

Ambassador Guatemala Germany