Iran - Filmemacher unter Druck

Iran: Filmemacher unter Druck

Foto: © picture alliance/dpa/Jens Kalaene

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Iran: Filmemacher unter Druck

Filmschaffende sind im Iran in den vergangenen Jahren verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Ihre Arbeit unterliegt einer strengen Zensur. Regisseure, deren Filme sich kritisch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzen, aber auch Schauspieler und andere Filmschaffende werden inhaftiert, vor Gericht gestellt und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Einige von ihnen mussten ihre Haftstrafen in der Vergangenheit zwar nicht antreten. Aber das Risiko der Vollstreckung der rechtskräftigen Urteile hängt wie ein Damoklesschwert über ihnen. Auch mit Berufs- und Ausreiseverboten wird versucht, Filmschaffende zum Schweigen zu bringen.


Seit 2011 werden Mitarbeiter der iranischen Filmindustrie verstärkt unterdrückt und schikaniert. Sie laufen zunehmend Gefahr, festgenommen und ins Gefängnis überstellt zu werden. So wurden die Dokumentarfilmer und Regisseure Hadi Afarideh, Naser Saffarian, Mohsen Shahrnazdar, Mojtaba Mir Tahmasb und Mehran Zinatbakhsh sowie die Filmproduzentin Katayoun Shahabi Mitte September festgenommen und inhaftiert. Kurz vor den Festnahmen hatte das persische Programm der BBC einen Dokumentarfilm über den Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei ausgestrahlt. Die sechs inhaftierten Filmschaffenden hatten Teile ihrer Arbeit an die BBC verkauft.


Bis Ende 2011 wurden die sechs nach und nach freigelassen. Am 25. September gab der Geheimdienst jedoch im staatlichen Fernsehen bekannt, dass weitere Personen zur Befragung vorgeladen worden seien, die der Zusammenarbeit mit dem persischen BBC-Programm verdächtigt würden. Auch im Iran lebende Familienmitglieder und Freunde von BBC-Mitarbeitern in Großbritannien wurden von den Behörden schikaniert.


Nehmen Sie jetzt an der Petition teil und fordern Sie die Aufhebung von Anklagen gegen Filmschaffende und die Einhaltung des Rechts auf freie Meinungsäußerung für alle im Iran lebenden Menschen!

Petition an den iranischen Minister für Kultur und islamische Führung:

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Ihre Exzellenz,

Filmschaffende sind im Iran in den letzten Jahren verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Regisseure, Schauspieler und andere Filmschaffende, deren Filme sich kritisch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzen, werden mit Berufs- und Ausreiseverboten belegt, willkürlich inhaftiert und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Einige von ihnen mussten ihre Haftstrafen in der Vergangenheit zwar nicht antreten. Aber das Risiko der Vollstreckung der rechtskräftigen Urteile hängt wie ein Damoklesschwert über ihnen.

Prominente Beispiele sind die international bekannten Regisseure Ja’far Panahi und Mohammad Rasoulof, die im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft verurteilt wurden. Ja’far Panahi erhielt außerdem ein Berufsverbot für die nächsten 20 Jahre. Im Oktober 2011 wurde Mohammad Rasoulofs Strafe auf ein Jahr Gefängnis herabgesetzt, während Ja’far Panahis Urteil aufrecht erhalten wurde. Zur Zeit sind beide in Freiheit.


Daher fordere ich Sie auf,


■ alle Anklagen gegen Filmschaffende allein wegen der Inanspruchnahme ihres Rechts auf friedliche Meinungsäußerung fallen zu lassen


■ die gegen die beiden iranischen Regisseure Ja´far Panahi und Mohammed Rasoulof verhängten Freiheitsstrafen sowie das Berufsverbot und die Ausreisesperre gegen Panahi, umgehend aufzuheben.


■ allen im Iran lebenden Menschen das Recht einzuräumen, mit friedlichen Mitteln ihre Meinung zu äußern.


Hochachtungsvoll