02.11.2011
19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Gewaltlos im Krieg - Die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien

Informationsabend über die kolumbianische Friedensgemeinde San José de Apartadó mit Film und Diskussion:

Die kolumbianische Zivilbevölkerung gerät regelmäßig zwischen die Fronten der bewaffneten Akteure, insbesondere in den umkämpften, ländlichen Regionen des Landes. Um ihr Recht, als Zivilisten nicht in den bewaffneten Konflikt hineingezogen zu werden, durchzusetzen, haben in den letzten zwei Jahrzehnten mehrere Gemeinden Kolumbiens ihre Neutralität und Gewaltlosigkeit erklärt.

Ein Beispiel ist die Friedensgemeinde San José de Apartadó. Ihre Bewohnerinnen bestehen darauf, dass die Kämpfer sich von ihren Wohngebieten und Feldern fernhalten und das humanitäre Völkerrecht respektieren. Seit ihrer Gründung im März 1997 ist die Friedensgemeinde San José de Apartadó im Department Antioquia Opfer vielfacher Menschenrechtsverletzungen und andauernder Drohungen. Über 170 Mitglieder der Friedensgemeinde und Zivilist_innen, die in der Gegend wohnten, sind getötet worden oder gewaltsam verschwunden.

Zwei Mitglieder der Friedensgemeinde, José Emilio Tuberquia und Noelia Tuberquia, sind zu Gast und werden von ihrem Schicksal und der aktuellen Situation in San José de Apartadó berichten. Jose Emilio gehört dem Gemeinderat an und ist seit 2006 offizieller Repräsentant der Friedensgemeinde. Seine Arbeit wird erschwert durch andauernde Drohungen. Bereits viermal wurde
ein Attentat auf ihn verübt. Noelia gehört seit 1999 zur Friedensgemeinde. Sie setzt sich vor allem für die weiblichen Opfer des Konfliktes ein. Seit dem Mord an ihrer Tochter 2004 hat sie sich ganz dem politischen Engagement und dem Einsatz für die Interessen und Forderungen der Friedensgemeinde verschrieben.

Zu Beginn der Veranstaltung werden wir Ausschnitte aus dem Film "Hasta la última piedra" (2006) des kolumbianischen Regisseurs Juan José Lozano über die Friedensgemeinde San José de Apartadó zeigen. Danach werden die Gäste von ihrer Arbeit und der aktuellen Situation berichten. Abschließend soll der Raum für Fragen aus dem Publikum und die Diskussion geöffnet werden.

Robert-Havemann Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Spanisch mit dt. Übersetzung

Veranstalter: Amnesty International, Haus der Demokratie und Menschenrechte

Veranstaltungsort

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
Berlin,  10405


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