01.12.2011
20:00 Uhr - 22:30 Uhr

Film: Standart Operating Procedure (OmU

50 Jahre Amnesty International: Ausgewählte Filme und Dokumentationen beleuchten das Thema Menschenrechte auf besondere Weise. Sehen dieses Mal den Versuch des Filmemachers Errol Morris herauszufinden, was 2003 in Abu Ghraib geschah und warum. Dafür lässt er die Täter zu Wort kommen.

Die Bilder der gedemütigten, nackten Gefangenen samt der Siegerposen der Aufpasser aus dem irakischen US-Gefängnis von Abu Ghraib gingen um die Welt. Regisseur Errol Morris lässt nun die Täter zu Wort kommen und blickt dabei in die Abgründe des netten Menschen von nebenan.

Morris will wissen, was im Jahr 2003 in diesem irakischen Gefängnis geschah, wie dieser Skandal geschehen konnte, der die Welt erschütterte. Für seine filmische Spurensuche hat er zwei Jahre lang akribisch recherchiert, hunderte Bilder von Misshandelten gesichtet, endlose Gespräche im Vorfeld geführt und sogar hochrangige Militärs vor die Kamera bekommen.

So äußert der Militärankläger, dass vieles, was auf Fotos zu sehen ist, zwar gemeinhin als Misshandlung empfunden werden kann, juristisch aber nur als die titelgebende "Standard Operating Procedure" einzustufen sei, das Standardverfahren von verschärften Verhören. Bestraft wurden die Verurteilten deshalb meist wegen Banalitäten, etwa das Fotografieren eines Toten - derweil der Foltermord selbst nicht verfolgt wurde. Zwischen diese Aussagen montiert Morris die echten Folter- Aufnahmen, die teilweise sogar als Videos existieren, zeigt die Briefe der Täter an ihre Familien und stellt einige der Misshandlungen nach, etwa wie Hunde auf die Gefangenen gehetzt werden.

Auch wenn der Film in Teilen ästhetisiert und Szenen mit Darstellern nachstellt, so verzichtet er auf Polemik, verliert die größeren Zusammenhänge nie aus dem Blickfeld und stellt ganz klar fest: die Folter war kein Betriebsunfall, sondern systematische Politik der US-Militärs. Verurteilt wurden aber nur die einfachen Dienstgrade. Auf der Berlinale 2009 erhielt der Film den Großen Preis der Jury.

Die Informationen zum Film sowie zu weiteren Veranstaltungen von Amnesty International in diesem Rahmen als PDF.

www.pelmke.de

Veranstaltungsort

Kino Babylon, Kulturzentrum Pelmke
Pelmkestr. 14
Hagen,  58089


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