Starting 24.02.2012 18:00 Uhr
Ending 26.02.2012 13:00 Uhr

Seminar: Tödlicher Transit - Migration und Menschenrechtsverletzungen

Fast jede Nacht wagen sich Menschen von Nordafrika aus auf heillos überladenen Schlepperkähnen in Richtung Europa. Und in Mexiko, das Menschen aus Süd- und Mittelamerika auf dem Weg in die USA passieren wollen, werden jährlich Hunderte von MigrantInnen ermordet, noch mehr werden Opfer anderer schwerer Gewalttaten, während die Polizei solche Verbrechen faktisch ungeahndet lässt.


Wer sich gezwungen sieht, sein Heimatland zu verlassen, um woanders Arbeit zu suchen, nimmt oft nicht nur während des Weges große Gefahren auf sich. Viele WanderarbeiterInnen sehen sich einer dramatischen Kette von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt: Auslöser für das Verlassen des Heimatlandes können schwere Diskriminierung und eine systematische Verletzung sozialer Rechte sein.


Wer tatsächlich sein Ziel erreicht, ist auch dort oft in einer prekären Lage. Selbst bei legalem Aufenthalt berichten MigrantInnen aus ganz unterschiedlichen Ländern von alltäglicher Diskriminierung, Anfeindung und Ausgrenzung. Noch schlimmer ist die Situation von Klandestinen: Wer sich ohne Papiere in einem Land aufhält, erduldet aus Angst vor der Ausweisung nicht selten schwere Menschenrechtsverletzungen wie wirtschaftliche Ausbeutung, Ausschluss von medizinischer Versorgung und Schutzlosigkeit bei Verbrechen.


Am Beispiel von Männern und Frauen, die sich aus Afrika nach Europa bzw. durch Mexiko in die Vereinigten Staaten gewagt haben, wollen wir Situationen und Gefahren aufzeigen, denen ArbeitsmigrantInnen in besonderem Maße ausgesetzt sind, und sie aus menschenrechtlicher Perspektive beleuchten.


Anhand der konkreten Beispiele wollen wir grundlegende menschenrechtliche Verpflichtungen der Staaten herausarbeiten - Pflichten, die Regierungen allzu oft vernachlässigen (und dabei nicht selten auf das schweigende Einverständnis einer Mehrheit rechnen können). Einen Schwerpunkt wird die Verletzung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte in den Herkunftsländern bilden.


Wir wollen internationale rechtliche Entwicklungen diskutieren, die - wie die Wanderarbeiter-Konvention - den Schutz verbessern können. Nicht zuletzt wollen wir fragen, was wir als Amnesty-Mitglieder tun können, um bestehenden Menschenrechtsverletzungen wirksam entgegenzutreten. Schwerpunkt dieses Seminars ist die Arbeitsmigration; zum Thema Asyl sei auf die Angebote der Fachkommission Asyl verwiesen.


Tagungsort: Akademie Frankenwarte, Leutfresserweg 81-83, 97082 Würzburg


Veranstalter: Amnesty International in Zusammenarbeit mit der Akademie Frankenwarte


ReferentInnen: Mitglieder der Themenkogruppe wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und der Länderkogruppe Mexiko/CASA


Seminarleitung: Bettina Gütschow, Fachkommission Training
TeilnehmerInnenzahl: 25


Seminarbeitrag: für Amnesty-Mitglieder 55 € (ermäßigt 35 €) inkl. Verpflegung und Unterkunft im DZ; für Nicht-Mitglieder 72 €; EZ-Zuschlag - EZ-Wunsch bitte bei der Anmeldung angeben


Anmeldung bei: Akademie Frankenwarte, z.H. Frau Momper, Postfach 5580, 97005 Würzburg, Tel.: 0931-80464-0 (Frau Momper: -333), Fax: 0931-8046-44, E-Mail: thea.momper@frankenwarte.de



Veranstaltungsort

Akademie Frankenwarte
Leutfresserweg 81-83
Würzburg,  97082


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