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sein Fall sorgt für große Empörung: Seit mehr als einem Monat sitzt der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel in der Türkei in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe gegen den 43-Jährigen lauten: „Propaganda für eine terroristische Organisation“ und „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass“.  

Das Schicksal von Deniz Yücel ist leider kein Einzelfall. In der Türkei sind mehr Journalistinnen und Journalisten eingesperrt, als in jedem anderen Land der Welt. Mehr als 120 Medienschaffende wurden seit dem Putschversuch in Untersuchungshaft genommen, einige müssen schon seit Monaten im Gefängnis ausharren. Die Behörden setzen diese routinemäßige und maßlose Anordnung von Untersuchungshaft de facto als Bestrafung ein.

Der Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit muss aufhören! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Aktion und fordern Sie die türkische Regierung auf, inhaftierte Journalistinnen und Journalisten unverzüglich und bedingungslos aus der Haft zu entlassen! Jetzt mitmachen: www.amnesty.de/tuerkei

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hat die türkische Regierung eine beispiellose Kampagne gegen die Meinungsfreiheit losgetreten. Über 160 Medien wurden geschlossen, Tausende Journalistinnen und Journalisten haben ihre Arbeit verloren. Die Botschaft ist eindeutig: Wer in der Türkei abweichende Meinungen äußert, zahlt einen hohen Preis.

Wie zum Beispiel die prominente türkische Schriftstellerin Aslı Erdoğan. Sie verbrachte fast fünf Monate im Gefängnis, weil sie als freie Autorin für die mittlerweile eingestellte kurdische Zeitung Özgür Gündem schrieb und auch im Beirat der Zeitung saß. Bewaffnete maskierte Beamte stürmten im vergangenen August ihre Wohnung. Acht Stunden dauerte die Hausdurchsuchung. Obwohl die Beamten keinerlei Beweise fanden, nahmen sie Aslı Erdoğan fest. Sie wurde schließlich wegen „terroristischer Straftaten“ angeklagt.

„Die schlimmste Folter im Gefängnis war die ab September einbrechende Kälte“, sagt die Schriftstellerin. Sie leidet unter chronischen Krankheiten, die sich in der Haft verschlimmert haben. Nach fünf Monaten wurde sie unter Auflagen freigelassen, das Verfahren gegen sie läuft jedoch weiter.

„Seit meiner Freilassung habe ich nichts publiziert, und ich glaube nicht, dass ich so bald wieder eine Kolumne schreiben werde“, sagt Aslı Erdoğan. „Jetzt weiß ich, dass sie mich ins Gefängnis gesteckt haben, um mir eine Lektion zu erteilen – und diese Lektion habe ich gelernt.

Der unabhängige Journalismus steht in der Türkei am Abgrund. Die Angst, im Gefängnis zu landen, ist deutlich spürbar. In Zeitungskolumnen und Diskussionssendungen werden nur noch selten Widerspruch oder gar Kritik geäußert.

Helfen Sie uns dabei, für die Meinungsfreiheit in der Türkei einzutreten! Ihre Spende kann einen Beitrag leisten, Journalistinnen und Journalisten zu befreien, die unrechtmäßig inhaftiert sind: www.amnesty.de/spenden

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kampagnen-Team von Amnesty International in Deutschland 

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