08.03.2012
20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Lesung von Sergej Solowkin aus seinen Werken "Der Kamm" und "Der Einkaufswagen" mit anschließender Gruppendiskussion

Sergej Solowkin stellt uns Auszüge aus seinen literarischen Werken "Der Kamm" sowie "Der Einkaufwagen" vor, sowie einen von ihm verfassten Artikel aus der Nowaja Gazeta zum Thema Kopfgeld. Darüberhinaus berichtet er über die gefährliche Arbeit der Journalisten in Russland und über die Selbstzensur.

Russland gilt als einer der gefährlichsten Arbeitsorte für Journalisten. Seit 1990 kamen hier mehr als 200 Medienvertreter gewaltsam zu Tode. Sergej Solowkin, ehemaliger Kriminalhauptkommissar in Kasachstan führte als Korrespondent der "Republikanischen Jugendzeitung" von 1979 bis 1986 unabhängige journalistische Recherchen zu kriminellen Fällen und zur Korruption in den legislativen und exekutiven Organen durch. Als Journalist und Ermittler bei der großen oppositionellen Zeitung "Novaja Gaseta" spezialisierte er sich auf Korruptionsermittlung und wurde dafür 19 mal vor Gericht gestellt. Nach Veröffentlichung seines Buches floh er nach vielen Morddrohungen und einem Mordanschlag im März 2002 bedingt durch viele gut recherchierte und regimekritische Artikel mit seiner Frau nach Deutschland. Als Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte wurde er in das Writers- in-Exile-Programm aufgenommen. Auch im Exil gefolgt von einem weiteren Mordanschlag setzte er seine journalistische Tätigkeit für die "Novaja Gaseta" mit unverminderter Intensität fort.

Solowkin, kannte viele mutige Journalisten u.a. auch Anna Politkowskaja, die den Kampf für die Meinungsfreiheit für Russland verloren und mit ihrem Leben bezahlten. Dennoch leistet er intellektuellen Widerstand und bereut seine Entscheidungen, die sein Leben veränderten nicht.


Eintritt:

5 Euro, ermässigt 3 Euro

Leser: Sergej Solowkin



Veranstalter: Lobbygruppe München Amnesty International

www.amnesty-1575.de

Veranstaltungsort

Eine Welt Haus
Schwanthalerstr. 80
München, DE+02 80336


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